Pneumatische RAVE2

(K)Eine Alternative zur elektronischen Auslasssteuerung RAVE ist die pneumatische RAVE 2. Dieses wird auf dem Zubehörmarkt oder in diversen Foren gerne als Tuningartikel deklariert und mit seltsamen Eigenschaften beworben.

Die RAVE2 besteht aus einer Membran mit einer Feder, dessen Vorspannung an dem roten Rädchen eingestellt werden kann. Ist der Abgasdruck hoch genug, öffnet die Membran den Schieber.

Wie bereits in dem Artikel zur Funktion der Auslasssteuerung erklärt, gibt es nur zwei zulässige Zustände des Auslassschiebers. Entweder Auf oder Zu. In Zwischenstellungen würde man die Steuerzeiten oder Verdichtung nicht beeinflussen, der Schieber wäre aber ein Hindernis für den Abgasstrom.

Die Einstellmöglichkeit der Öffnungsdrehzahl ist zwar vorhanden, dieser Vorteil geht aber durch die mangelnde Präzision wieder verloren: Der Abgasdruck muss eine Federkraft sowie die Reibung im Schlitz überwinden. Beim schnellen Hochdrehen auf Nenndrehzahl mag das klappen – im Alltag auf der Straße weniger, denn der Abgasdruck ist nicht allein Drehzahlabhängig.

Der wohl größte und einzige Vorteil des RAVE 2 liegt darin, dass man die RAVE 2 zu dem selben Preis wie einen einzelnen Auslassschieber kaufen kann. Die Nachrüstung für eine RS, die keine Komponenten der Auslasssteuerung verbaut hat, ist so also wesentlich günstiger.

Zur Nachrüstung muss lediglich ein Loch paralell zum Schlitz des Auslassschiebers gebohrt werden. Frühere Zylinder des Rotax 123 haben hier bereits eine verschlossene Bohrung, die nur wieder aufgebohrt werden muss. Mit entsprechendem Werkzeug (Anständige Ständerbohrmaschine und Spannmittel!) ist dies ohne Probleme machbar, ich rate aber dringend davon ab, dies Freihand mit der Handbohrmaschine direkt an der Maschine zu probieren. Der Zylinder muss dazu ausgebaut und gereinigt sein, sonst könnten Späne im Zylinder landen, mit fatalen Folgen.

Insgesamt rate ich allerdings vom Kauf dieses Teils ab, aus den beschriebenen Gründen. Die Präzision kommt nicht an die elektronische Auslassteuerung heran, um die Wartung kommt man ohnehin nicht herum.