« Zurück zur Übersicht

Möchte man LED-Blinker an die RS 125 anschließen wird man möglicherweise feststellen, dass diese bei den Modellen bis einschließlich SF (bis 2005) nicht Plug-n-Play funktionieren.

Dies liegt am Schaltplan der Blinker selbst, der für Glühbirnen mit entsprechend hoher Stromaufnahme ausgelegt wurde. Solche Schaltungen waren bei Motorrädern mit Glühbirnen-Blinkern durchaus üblich.

Schaltplan der Blinker der RS 125

Die Besonderheit ist, dass die Blinker-Kontrollampe im Tacho bereits mit sehr wenig Strom leuchtet und ihren Strom über die nicht-blinkende Seite über die Glühbirnen abführt. Diese leuchten durch den geringen Strom, den die Kontrollampe benötigt, nicht.

Hier gibt es nun zwei Schwierigkeiten:

Das Blinkerrelais benötigt eine bestimmte Last, um in der richtigen Frequenz zu blinken. Ist diese zu niedrig, stimmt entweder die Frequenz nicht mehr oder es geht funktioniert gar nicht mehr – das bemerkt man auch, wenn eine Glühbirne durchbrennt, dann blinken alle Blinker schneller oder leuchten dauerhaft.

Tauscht man nun einfach nur die Blinker gegen LED-Blinker wird es passieren, dass beim Betätigen des Blinkerschalters einfach alle Blinker gleichzeitig leuchten (und nicht blinken), egal, ob man Links oder Rechts blinken möchte.

Tauscht man nun das Blinkerrelais gegen ein lasunabhängiges Blinkerrelais, blinken die Blinker – und zwar alle, da die Blinker-Kontrollleuchte, die andere Seite auch mit Strom versorgt: Der Widerstand der Kontrollleuchte, die weiterhin eine normale Glühbirne ist, ist um einiges niedriger als der rechnerische Widerstand der LED-Blinker. Also blinken die LED-Blinker der falschen Seite alleine von dem Strom, der durch die Kontrollleuchte fließt auf diese Seite fließt. Dieser Strom reicht aber wiederum nicht aus, die Blinker-Kontrollleuchte zum Glühen zu bringen.

Es funktioniert sehr gut, wenn man zusätzlich zum lastunabhängigen Blinkerrelais auf jeder Seite parallel zu den LED-Blinkern noch einen Lastwiderstand anschließt.

Lastwiderstände gibt es fertig konfektioniert, sodass man sie einfach ohne Aufwand und ohne Löten an die Blinker anstecken kann. Es gibt sicher auch andere Möglichkeiten, LED-Blinker korrekt blinken zu lassen, es ist allerdings unfassbar einfacher, wenn die Stecker und Leitungen bereits passen und man nichts mehr herumlöten muss.

Blinkerrelais (Blaues Bauteil auf der Linken Seite) und zwei Lastwiderstände für LED-Blinker im Heckteil der RS 125

Die Glühbirnen der RS 125 brauchen eine Leistung von 10 Watt. Theoretisch. Wenn man’s ganz genau rechnen will, kann mans auch gleich wieder lassen, denn die Spannung ist auch nicht immer konstant, Glühbirnen sind kein konstanter, ohmscher Widerstand und so ändert sich auch der Strom. Aber für eine grobe Rechnung reicht die Angabe von 10 Watt. Die LED-Blinker benötigen etwa 1 oder 0,8 Watt (je nach Modell), bleiben also 9 Watt übrig, die pro Blinker von den Lastwiderständen verbraucht werden müssen. Bei 12 Volt und 9 Watt ergibt sich ein Widerstand von 16 Ohm an jedem Blinker. Fasst man die Blinkerpaare vorn und hinten zusammen und verwendet einen Lastwiderstand pro Seite, benötigt man also Lastwiderstände mit 8 Ohm.

Jetzt benötigt man rein rechnerisch pro Seite einen 8-Ohm-Lastwiderstand, es gibt fertig konfektionierte Widerstände mit 10 Ohm zu kaufen. Die sind eigentlich für 21-Watt-Glühbirnen gedacht (dann bräuchte man insgesamt 4 davon), funktionieren aber mit dem lastunabhängigen Blinkerrelais zusammen an der RS 125 sehr gut, wenn man einen davon pro Seite verbaut (wie im Bild zu sehen).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.