Modellübersicht

« Zurück zur Übersicht

Um die Frage zu beantworten, um welches Modell es sich handelt und Motor verbaut wurde, schaut man am besten auf die Fahrgestellnummer. Die Fahrgestellnummer findet man auf dem Blechschild rechts neben dem Lenker auf dem Rahmen. Sie fängt mit ZD4 an, die beiden darauf folgenden Buchstaben geben die Modellbezeichnung an (MP, PY usw.), der Buchstabe danach die Variante (z.B. A, B oder 0).

Die Erstzulassung des Fahrzeugs entspricht nicht dem Herstellungsdatum sondern gibt an, wann das Fahrzeug zum ersten Mal zugelassen wurde. Daher können die Angaben der Baujahre etwas Abweichen.

Die Bezeichnung „Replica“ hat nur mit dem Dekor auf der Verkleidung zu tun. Replica steht hier für Dekor-Sets, die Maschinen aus dem Rennsport nachempfunden wurden.

Übrigens hat (fast) keine RS 125 serienmäßig 34 PS. Die alten Modelle hatten 23 kW Leistung, das sind lediglich 31,3 PS. Es gab daher nie Probleme mit der Zulassung einer offenen RS 125 für die (mittlerweile ersetzte) Führerscheinklasse A-Beschränkt.

Baujahr 1992 bis Baujahr 1997: GS-Modell (Extrema)

Im GS-Modell wurde ein Rotax 123-Motor mit 34mm-Vergaser (Dell Orto VHSB 34) verbaut. Dieses Modell ist auch als „Extrema“ bekannt.

Sie die erste RS 125, die seit 1992 so gebaut wurde und der Nachfolger der Aprilia AF1. Bis etwa 1995 wurde der Rahmen silber lackiert, danach hochglanzpoliert.

Den Rotax 123-Motor gibt es in verschiedenen Varianten mit unterschiedlichen Gehäusen, die allerdings beide in das Fahrgestell der RS 125 GS passen. Sie unterscheiden sich durch einen zusätzlichen Kanal am Zylinder zwischen Membrankasten und Kurbelwellengehäuse, dementsprechend gibt es verschiedene Kurbelgehäuse. Der neuere Zylinder mit dem zusätzlichen Kanal hat außerdem einen großen Aprilia-Schriftzug auf dem Sockel. Mehr dazu ist im Artikel Unterschiede zwischen Rotax 122 und 123 beschrieben.

Dieses Modell gab es mit 23 kW Leistung, das sind 31,3 PS. Es gab keine werkseitg leistungsreduzierten Versionen.

Vom GS-Modell gab es auch sog. SP-Versionen (Sport Pro), die tatsächlich 34 PS hatten – diese sind allerdings extrem selten.

Baujahr 1996 bis Baujahr 2002: MP-Modell

Ab 1995 wurde ab dem MP-Modell bis zum letzten Modell der Rotax 122 mit 28mm-Vergaser (Dell Orto PHBH 28) verbaut.

Das MP-Modell gibt es mit zwei unterschiedlichen Verkleidungen:

  • MP0 und MPA von 1996 bis 1998: Verkleidungsform wie beim GS-Modell, es wurden lediglich andere Dekor-Sets und Aufkleber verwendet
  • MBP von 1999 bis 2002: Neue, an den Rennsport angelehnte Verkleidungsform (mit „Bienenheck“)

Die ersten MP-Modelle mit Rotax 122 wurden ab 1995 nach Deutschland importiert (MP0), sie wurden allerdings erst ab 1998 offiziell in Deutschland verkauft (MPA). Diese Import-Modelle hatten teilweise noch den 34-mm-Vergaser.

Das MP-Modell gibt es mit maximal 21 oder 22 kW Leistung, das sind 29,9 PS.

Diese Modelle wurden auch mit werksseitig reduzierter Leistung angeboten: Die Variante A hatte einen 28-mm-Dell-Orto-Vergaser und 11 kW, die Variante B wurde mit einem Dell Orto PHBL 24 ausgestattet und hat lediglich 5 kW.

Baujahr 2003 bis Baujahr 2005: SF-Modell

Das SF-Modell (SF0) wurde aufgrund der schärfer werdenden Abgasnormen mit einem Katalysator ausgestattet und hält damit die Euro-2-Norm ein, ansonsten unterscheiden sich die SF-Modelle äußerlich nicht von den MP-Modellen. Es gab neue Dekor-Sets, die Verkleidungsform blieb aber identisch mit den späteren MP-Modellen.

Ab Baujahr 2004 wurden die Varianten SFF und SFG mit einem Sekundärluftsystem (SLS) ausgestattet. Das SLS führt dem Katalysator zusätzliche Frischluft zu, um die Temperatur zu erhöhen.

Baujahr 2006 bis Baujahr 2007: PY-Modell

2006 bekam die RS125 erneut ein neues Äußeres. Der analoge Tacho mit Tachowelle wurde durch einen Digitaltacho ersetzt, welcher die Geschwindigkeit über einen Sensor an der Hinterradbremse misst. Außerdem bekam die RS auch eine neue Vorderradgabel und neue, radial verschraubte Bremsen.

Der eigentliche Rahmen ist, genauso wie der Rotax 122-Motor, noch der selbe wie der des MP-Modells. Auch die Zündeinheit (CDI) ist immer noch die selbe wie die des MP-Modells. Die Form der Hinterradaufhängung und Fußrastenanlagen wurden seit 1993 auch nicht verändert.

Einige Modelle wurden ohne Auslasssteuerung als gedrosselte Modelle verkauft, statt einem Blindschieber wie man ihn beim MP-Modell vorfand wurde die Öffnung für die Auslasssteuerung erst gar nicht in den Zylinder gefräst.

Baujahr 2007: RD-Modell

Das RD-Modell entspricht äußerlich dem PY Modell und wurde soweit modifiziert, dass es die Euro3-Norm einhalten werden kann. Einige RD-Modelle wurden auch schon mit EFI-Steuergerät und VHST28-Vergaser ausgeliefert. Dieses Modell ist nur mit maximal 11 kW verfügbar.

Baujahr 2008 bis 2012: RM-Modell

Das letzte Modell, die RM (optisch wie PY oder RD) der Aprilia RS ist mit einem anderen Vergaser ausgestattet, dem VHST28, und verfügt über zusätzliche, elektronische Komponenten, um die Euro-3-Norm weiter einhalten zu können:

  • TPS (Throttle Position Sensor)
  • Vergaserheizung
  • Lufttemperatursensor
  • Elektronische Zusatzluft

CDI und Auslasssteuerung sind nun in einer gemeinsamen ECU integriert. Der Rotax 122 wird nach wie vor verbaut.

Dieses Modell ist mit maximal 17 kW Leistung (23,1 PS) erhältlich.