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Wegen der hohen Temperaturen im Auslass und den Verbrennungsrückständen in den Abgasen ist der Auslassschieber sicherlich eines der Teile, die mit unter am häufigsten gewartet werden sollten. Eine regelmäßige Wartung ist nicht kompliziert und erspart viel Ärger.

Das wesentliche Problem sind „nur“ Verbrennungsrückstände, die sich am Auslassschieber und drumherum festsetzen und diesen schwergängig machen können. Vor allem bei gedrosselten Maschinen mit teilsynthetischen Ölen ist dies ein Problem, hier muss man den Schieber regelmäßig reinigen, obwohl man ihn beim Fahren eigentlich nicht benutzt.

Die Wartung und Pflege besteht eigentlich nur aus

  • Ausbauen
  • Reinigen
  • Einbauen
  • Leichtgängigkeit und Funktion prüfen

Ich empfehle die Wartung des Auslassschiebers mindestens zwei mal jährlich, jedoch nach spätestens 3.000 km. Um das ganze so einfach wie möglich zu machen, empfielt es sich, die Schrauben durch Schrauben aus rostfreiem Edelstahl (A2) zu ersetzen, eine besondere Festigkeit ist hier nicht nötig. Dies spart Ärger mit festsitzenden Schrauben. Die Gewinde sollten zusätzlich mit Anti-Seize-Paste auf Kupferbasis oder einer Trennpaste geschmiert werden. Die Schrauben werden mit 10 Nm angezogen und auf keinen Fall „festgeknallt“.

Reinigung des Auslassschiebers

Vor dem Ausbau des Schiebers muss der Bereich um den Schieber herum sauber sein, um das Hineinfallen von Krümeln in den Motor durch das Langloch zu verhindern.

Zur Wartung wird der Schieber ausgebaut und mit einem Lappen, Notfalls mit einer Messingbürste vorsichtig von Verbrennungsrückständen befreit. Lässt man das Teil über Nacht in Diesel liegen, lösen sich die Verbrennungsrückstände meist sehr einfach. Auf keinen Fall sollte eine harte Drahtbürste verwendet werden.

Der saubere Schieber darf keine Risse aufweisen. Theoretisch kann auch ein gebrochener Schieber nicht in den Kolben gelangen, da das Langloch nicht tief genug ist, allerdings reichen hier ein paar Macken an den Seiten aus, um das nicht mehr zu verhindern. Ein gebrochener Schieber kann einen Motorschaden verursachen.

Reinigen des Langloches im Zylinder

Idealerweise bewegt sich der gereinigte Schieber leichtgängig im Langloch des Zylinders. Ist dies nicht der Fall, muss das Langloch gereinigt werden.

Das Langloch am Zylinder lässt sich mit einer sog. Düsenbürste aus Messing reinigen. Man kann den Kolben auf OT stellen und einen Staubsauger an den Auspuff anschließen (Auf OT wird der Kolben gestellt um das Ansaugen durch den Vergaser zu vermeiden, das gibt ein explosives Gemisch!), um Luft durch den Schieberschlitz zu ziehen. Bürstet man nun mit einer Düsenbürste den Schlitz sauber, wird der Dreck abgesaugt.

Es ist unbedingt darauf zu achten, dass kein Dreck durch den Schlitz des Schiebers das Motorinnere gelangt.

Modifizierte Dichtung

Der Schieber wird beim Schließen durch die Feder in den Schlitz beschleunigt und schlägt dann ungedämpft auf den Zylinder auf, also Metall auf Metall. Es ist daher empfehlenswert, die originale Papierdichtung durch eine andere Dichtung zu ersetzen, sodass die Papierdichtung den Aufschlag dämpft. Dazu benötigt man lediglich etwas Dichtungspapier, möglichst nicht zu dünn.

Die Nachbaudichtung entspricht der Fläche des Metalls auf dem Zylinder, wie in folgenden Bildern zu sehen:

In manchen Dichtsätzen ist eine solche Dichtung sogar dabei, allerdings ist diese für die RAVE2 gedacht – das stört aber nicht.