« Zurück zur Übersicht

Das Getriebeöl hat im Getriebe die Aufgabe, die Schmierung zwischen den Zahnradflanken und den Lagern sicherzustellen.

Die Frage, welches Öl nun das richtige ist, führt häufig zu heftigen Diskussionen.

Die Mehrscheiben-Nasskupplung liegt ebenfalls in dieser Suppe, weshalb das Öl mit der Kupplung harmonieren sollte. Ist das nicht der Fall, trennt die Kupplung nicht mehr richtig und die Gänge lassen sich schwer schalten, da das Getriebe unter Last ist. Es passiert sogar, dass die Maschine im Stand beim Einlegen des ersten Ganges abgewürgt wird, wenn die Kupplung nicht richtig trennt.

Im Gegensatz zu einem 4-Takt-Motor hat das Öl hier nicht die Aufgabe, Zylinder und Kolben zu schmieren, es sammeln sich also keine Nebenprodukte der Verbrennung im Öl an. Anfallender Metallabrieb wird zum großen Teil am Magneten der Ablassschraube gesammelt. Ein Getriebeöl-Wechsel im Jahresintervall oder nach einem bestimmten Kilometerstand ist daher vollkommen überflüssig und schadet nur der Umwelt und dem eigenen Geldbeutel.

Das Werkstatthandbuch der RS 125 gibt vor, ein Öl der Klasse SAE30 zu nutzen, in der Schmiermitteltabelle der Betriebsanleitung findet man 75W90. Die Praxis zeigt aber: Die Kupplungsverträglichkeit und die Viskosität sind maßgebend. Dies ist bei Motorölen für Motorräder am ehesten gegeben, hier wäre die passende Viskosität bei 10W40.

Getriebeöle für Motorräder sind meist für separate Getriebeteile ausgelegt, wie vom Motor getrennte Getriebe hinter Trockenkupplungen oder Kardanantriebe. Dies steht auch meist so in Datenblättern und Beschreibungen dieser Produkte. Ähnlich verhält es sich mit Getriebeölen für PKW. Das sind solche wie das im Handbuch empfohlene 75W90. Solche Öle sind oft für Nasskupplungen oftmals ungeeignet.

Motoröle für Motorräder hingegen sind für die Nutzung im kompletten Motor gedacht – wie der Name das auch sagt. Üblicherweise werden in Motorrädern Kurbelwelle, Kupplung und Getriebe in einem verbundenen Raum untergebracht und mit dem selben Öl geschmiert. Daher funktionieren sie meist sehr gut mit der Kupplung und sind zur Schmierung des Getriebes ausreichend. Additive für besonders lange Lebensdauer der Zylinder spielen bei der RS 125 keine Rolle. Die passende Viskosität hat man bei 10W40.

Motorenöl für PKW, insbesondere Leichtlauföle, sind für die RS 125 oft ungeeignet und sollten nicht verwendet werden, da sie wieder nicht gewährleisten, dass die Kupplung wie gewünscht funktioniert. Zudem muss in einem PKW-Motor kein Getriebe geschmiert werden, da dieses ein separates Ölbad hat. Die Anforderung, ein Getriebe zu schmieren, ist bei PKW-Motorenölen ebenfalls nicht direkt gegeben – das kann zwar funktionieren, ein Motorenöl für Motorräder deckt diese Anforderung allerdings besser ab.

Zu den Zeiten, in denen es noch ein Apriliaforum gab, haben wir dort die Mitglieder gefragt, mit welchen Getriebeölen Erfahrungen in der RS 125 gemacht wurden und folgende Liste zusammengestellt.

Die folgenden Öle wurden von Nutzern im Forum gefahren und verursachten keinerlei Schwierigkeiten mit der Kupplung:

  • AGIP 10W40
  • BelRay EXL Mineral 4T 10W40
  • ELF Moto Gear Oil 10W-40 (Teilsynthetisches Öl speziell für den Einsatz in Zweitaktern)
  • Castrol Grand Prix 10W40
  • Louis Procycle 10W40
  • Liqui Moly Motorbike Gear Oil 75W90
  • Liqui Moly Motorbike 4T Synth 10W-40 Street Race
  • Maxima MTL Fluid 80WT
  • Motul Motylgear 75W-90
  • Motul Transoil Expert 10W40
  • Motul 10W40 Vollsynthetisch
  • Shell Advance Gear EP80
  • Valvoline SAE 10W-40 Motorcycle

Mit den folgenden Ölen wurden Kupplungsschwierigkeiten berichtet. Sie sollten daher nicht für als Getriebeöl in der Aprilia RS 125 genutzt werden:

  • ATR cartechnic 75W90
  • Belray Gear-Saver 80W
  • Castrol Manual EP80W
  • Castrol Power Racing 75W140
  • ELF Tranself Syntese 75W90
  • Polo Racing Dynamic GL5 80W-90
  • Shell Advance ULTRA 10W-40

Diese Auflistung passt auch zu den beschriebenen Unterschieden der verschiedenen Motoröle.