Zündanlagen

Für die RS 125 gibt es drei verschiedene Zündanlagen mit unterschiedlichen Möglichkeiten, die Leistung elektronisch zu begrenzen. Dies hier ist eine Auflistung der verschiedenen Steuerungen und Elektronik-Teilen, wie sie in der Regel bei der RS 125 verbaut und verkauft wurden.

Die folgende Auflistung ist nach Modellen nach ihrem Baujahr sortiert.

Es kommt dessöfteren mal vor, dass bei neueren Modellen ein Drehzahlbegrenzer eines älteren Modells verbaut wurde. Rein praktisch gesehen funktioniert das auch, ist aber theoretisch nicht zulässig.

GS-Modelle (Rotax 123)

Die alten Rotax 123-Motoren besitzen keine CDI oder andere Steuereinheiten wie die neuen Modelle. Hier wurde eine kontaklose Magnetzündanlage mit elektronischer Zündzeitpunktbestimmung von SEM verbaut, welche komplett eigenständig arbeitet. Der Motor läuft damit auch ohne Kabelbaum, zum Abschalten des Motors wird lediglich das orangene Kabel auf Masse gelegt.

Der Motor kann elektronisch gedrosselt werden, indem ein Drehzahlbegrenzer zwischen dem grünen Kabel verbaut wird.

MP-Modelle (Rotax 122)

Für die MP-Modelle gibt es zwei CDIs von Nipposendo, die sich jeweils nur darin unterscheiden, dass eine dieser CDIs eine veränderte Zündkurve besitzt, mit der Abgaswerte besser eingehalten werden können. Das ist auch als „Leistungsloch“ bekannt. Die offene CDI mit Leistungsloch hat hinter der Bezeichnung „QCA91“ stehen.

Das Leistungsloch kann entfernt werden, indem die CDI auf der Rückseite aufgeschnitten und die dort in der Mitte hervorstehende Leiterbahn durchtrennt wird. Dies wird übrigens auch in einer Rennstreckenumrüstanleitung von Aprilia so beschrieben.

Die CDI ohne Leistungsloch trägt die Nummer 2570 und wird dann verbaut, wenn die Maschine in irgend einer Form gedrosselt wurde. Die CDI selbst begrenzt keine Leistung. Es wäre eine Zumutung, neben einer Drehzahlbegrenzung auch noch eine weitere Einschränkung in niedrigen Drehzahlen zu haben.

Eine elektronische Drehzalbegrenzung erfolgt dann durch Einbau eines Drehzahlbegrenzers vor der CDI ohne Leistungsloch.

Wird die Maschine entdrosselt, so wird normalerweise die CDI mit Leistungsloch verbaut. Lässt man allerdings die für die gedrosselten Varianten vorgesehene 2570er-CDI eingebaut, fährt man ohne Leistungsloch.

Elektronikteile im Heckteil einer RS 125 MP Baujahr 1997

SF- und PY-Modelle (Rotax 122)

Die SF- und PY-Modelle verfügen über die selbe Zündanlage wie die MP-Modelle, die Thematik mit offener CDI mit und ohne Leistungsloch sind hier genauso zutreffend. Die offenen CDIs mit und ohne Leistungsloch sind bei SF und PY die selben wie bei MP-Modellen.

Zum elektronischen Drosseln wird jedoch kein Drehzahlbegrenzer zwischengeschalten, es kann die ganze CDI durch eine sog. HVI (High Voltage Ignition) von AlphaTechnik getauscht werden. Diese HVI kann mit passendem Speedcontroller (GameBoy) auch umprogrammiert werden, ist dann jedoch völlig zulassungsfrei.

Der Stecker passt leider nicht auf den Aprilia-Kabelbaum, daher wird der Stecker der CDI abgetrennt und über eine Klemme wie im folgenden Bild die HVI angeschlossen.

Elektronikteile im Heckteil einer Aprilia RS 125 SF
Elektronikteile im Heckteil einer Aprilia RS 125 PY

RD- und RM-Modelle

Die RD- und RM-Modelle verfügen über ein neues Steuergerät von Piaggio, welches auch die Auslasssteuerung übernimmt.

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