Funktion

Die elektronische (oder alternativ pneumatische) Auslasssteuerung hat die Aufgabe, den durch den Resonanszauspuff und den Vorauslass (Höhenunterschied des Auslasskanals zu den Einlasskanälen in Grad der Kurbelwelle) auf hohe Drehzahlen ausgelegten Motor auch in niedrigen Drehzahlen fahrbar zu machen. Dies erfolgt durch Verändern der Steuerzeit des Auslasskanals durch einen Schieber.

Würde man den Motor in dieser Ausführung (hoher Vorauslass) ohne Auslasssteuerung fahren, so würde der Effekt des Resonanzauspuffes erst ab einer bestimmten Drehzahl einsetzen, in niedrigeren Drehzahlen bringt der Motor schlicht keine Leistung.

Ein Motor ohne Resonanzauspuff verwendet andere Steuerzeiten, der Vorauslass ist deutlich kleiner oder gar nicht vorhanden, die effektive Verdichtung größer. Er würde beim gleichen Hubraum mehr Leistung aus der selben Drehzahl herausholen, käme allerdings nicht an die Leistung eines Motors mit Resonanzauspuff mit demselben Hubraum heran.

Indem man die Leistungskurven in ein Diagramm zeichnet, erkennt man die Wirkungsweise der Auslasssteuerung:

Die rote Kurve beschreibt die eigentliche Leistungskurve des Motors. Erst ab etwa 7.500 1/min beginnt der Resonanzauspuff zu funktionieren, darunter ist die Leistung praktisch nicht vorhanden. Die blaue Kurve zeigt die Leistung des Motors mit geschlossenem Schieber.

Schließt bzw. öffnet man den Schieber zum richtigen Zeitpunkt, so kann man die Leistungskurve des Motors zwischen den beiden im Diagramm dargestellten Kurven umschalten – exakt das macht die Auslasssteuerung.

Man kann nun bereits zwei Fehler damit erkennen:

  • Beginnt die Maschine bei 7.500 1/min plötzlich stark zu ziehen und die Leistung steigt schlagartig an, schließt der Auslassschieber nicht. In den meisten Fällen klemmt er wegen Verschmutzungen fest.
  • Dreht die Maschine nicht mehr als 9.000 1/min kann es sein, dass der Schieber nicht öffnet. Dies kann elektrische Gründe haben (Steuergerät kaputt, Magnet kaputt) oder mechanische (Seilzug klemmt, Schieber klemmt) – in den meisten Fällen klemmt der Schieber, wie bereits erwähnt, wegen Verschmutzungen fest.

Es ist auch ersichtlich, dass es keine Zwischenstellungen geben kann. Die RS250 hat zwei aufeinanderliegende Schieber, um zwischen drei Kurven umzuschalten.

Die Auslasssteuerung besteht aus folgenden Komponenten:

Auslasssteuerung RS 125 Bauteile
Alle Einzelteile der Auslasssteuerung

Der Auslassschieber wird in niedrigen Drehzahlbereichen an den Kolben gefahren, um die Steuerzeit des Auslasskanals zu verkürzen. Die Steuerung erfolgt elektrisch in Abhängigkeit der Drehzahl. Dadurch beginnt der Vorgang des Verdichtens und das Ende des Spülens bereits früher. Dies führt zu einem Leistungszuwachs bei niedrigen Drehzahlen. Sicherlich dichtet der Schieber, der den Kolben nicht berührt, nicht sondlerlich gut, sodass man eigentlich nicht gleich von geänderten Steuerzeiten reden kann, aber der Effekt ist ausreichend.

Animation der beiden Zustände der Auslasssteuerung

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