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Die Auslasssteuerung ist für eine gute und gleichmäßige Leistungsabgabe des Motors wichtig, Probleme bei diesem Thema können bei der Auslasssteuerung zu finden sein.

Typische Symptome bei Fehlern an der Auslasssteuerung sind:

  • Beginnt die Maschine bei 7.500 1/min plötzlich stark zu ziehen und die Leistung steigt schlagartig an, deutet dies auf einen dauerhaft geöffneten Auslassschieber hin.
  • Erreicht der Motor beim Fahren keine Drehzahlen höher als 9.000 1/min, deutet dies auf einen dauerhaft geschlossenen Auslassschieber hin.

Überprüfen der Funktion

Man kann den Hubmagneten der Auslasssteuerung (rechts neben der Batterie) bei hochgeklapptem Tank gut sehen und einfach prüfen, ob dieser den Schieber bewegt oder nicht. Diesen Hubmagneten nennt man oft auch Stellmotor oder Solenoid.

Beim Einschalten der Zündung darf noch nichts passieren. Startet man den Motor, muss der Schieber direkt nach dem Starten (Drehzahl über 500 1/min) öffnen. Gibt man etwas Gas, schließt der Schieber bei ca. 2.500 1/min wieder und muss auch wieder öffnen, wenn die Drehzahl unter 2.500 1/min fällt.

Das Öffnen bei niedrigen Drehzahlen dient der Reinigung. Bei hohen Drehzahlen um die 8.000 1/min muss der Schieber, abhängig vom eingebauten Steuergerät, wieder öffnen, darunter wieder schließen.

Lässt sich beobachten, dass der Hubmagnet funktioniert, liegt in der Regel kein Problem an mit Elektronik vor. Wackelkontakte, die erst beim Fahren oder anderen Temperaturen auftreten, kann man aber generell nie ausschließen.

Die Elektronik ist relativ einfach, nachfolgende Grafik zeigt die Schaltung, wie sie bei Modellen bis Bj. 2007 verbaut wurde. Spätere Modelle steuern die Auslasssteuerung über die Motorsteuerung (EFI-Steuerung).

Schaltplan der Auslasssteuerungs-Elektronik

Kann man keine Funktion beobachten, kann man nun den Hubmagneten und die Verkabelung bis dorthin testen.

Es ist möglich, dass der Schieber schwergängig ist und der Hubmagnet aus diesem Grund nicht öffnet. Erkennen kann man dies daran, dass der Kern des Hubmagneten minimal bewegt, statt wie dargestellt den Kern in die Spule zu ziehen.

Testen des Hubmagneten

Man kann den Hubmagneten direkt testen, indem man im Heck der Maschine (bis einschl. Baujahr 2007) den Stecker des Steuergerätes abzieht und dort einen Kontakt mit der Fahrzeugmasse verbindet. Der Hubmagnet ist mit Plus am Kabelbaum verbunden, das Steuergerät schaltet den Hubmagneten zur Fahrzeugmasse – diesen kann man zum Testen brücken.

Aktivieren des Hubmagneten mit einem Draht am Kabelbaum

Verbindet man den Kontakt wie im Bild gezeigt bei eingeschalteter Zündung, muss der Hubmagnet den Schieber öffnen. Dies sollte man nur nicht all zu lange tun, da der Hubmagnet normalerweise nach wenigen Sekunden mit einer geringeren Spannung offen gehalten wird.

Funktioniert der Hubmagnet mit der Brücke aber der Stellmotor öffnet nicht bei Standgas, ist das Problem am Steuergerät bzw. in der Nähe davon (z.B. Stecker) zu suchen.

Funktioniert dieser Test nicht, gibt es drei mögliche Ursachen:

  • Schieber und Seilzug sind zu schwergängig, die Kraft des Hubmagneten ist zu gering
  • Es gibt ein Problem an der Verkabelung
  • Der Hubmagnet ist defekt

Durch die Induktivität der Spule des Hubmagneten kommt es beim Test mit dem Draht immer zu einer Funkenbildung, sobald man den Draht wieder von der Fahrzeugmasse nimmt. Ist ein deutlicher Funke zu sehen, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Mechanik schwergängig. Lässt sich beobachten, dass der Hubmagnet leicht wackelt, ist vermutlich die Kraft zu gering, um die Schwergängigkeit zu überwinden.

Elektronik überprüfen

Sollte der oben beschriebene Test nicht funktionieren, kann man einige Messungen vornehmen, um das Problem weiter einzukreisen.

Den oben gezeigten Test kann man nun mit einem Strommessgerät anstelle des Drahtes machen. Die meisten Multimeter haben dazu eine Funktion, höhere Ströme bis 10 Ampere zu messen. Dabei wird die Plus-Leitung des Multimeters in den Stecker am Kabelbaum gesteckt und die Minus/Com-Leitung an Fahrzeugmasse gehalten. Es sollte ein Strom von ca. 4 Ampere messbar sein. Lässt sich dieser nicht messen, ist möglicherweise der Hubmagnet defekt. Bewegt sich nichts und der Strom fließt, deutet das auf eine mechanische Schwergängigkeit hin.

Hubmagnet

Beim Hubmagnet kann der ohmsche Widerstand der Spule gemessen werden, z. B. mit einem Multimeter oder einem LCR-Meter. Der Hubmagnet muss dazu nicht ausgebaut werden. Es sollten folgende Werte messbar sein:

  • Widerstand: (2,2 ± 0,3) Ω
  • Induktivität: ca. 5 mH (Kern nicht eingezogen)

Viele günstige Multimeter (wie das im Bild verwendete) haben bei geringen Widerständen einen hohen absoluten Messfehler. Das auf dem Bild verwendete Multimeter hat einen Messfehler von 0,8 % des Messwertes und 3 Anzeigeschritte, daher lautet das Messergebnis hier (2,6 ± 0,3) Ω – dies überschneidet sich mit dem Vorgabewert, laut dieser Messung ist der Hubmagnet in Ordnung.

Messungen am Kabelbaum

Bei eingeschalteter Zündung, angeschlossenem Hubmagnet und abgestecktem Steuergerät muss am Stecker zum Steuergerät die Bordspannung zwischen Grün und Blau messbar sein. Zwischen Weiß und Blau muss ebenfalls die Bordspannung messbar sein – diese Spannung steht über den Hubmagneten an, wenn kein Strom fließt.

Bei abgeschalteter Zündung kann der Stecker zum Gleichrichter abgezogen werden. Zwischen Gelb-Weiß am Stecker zum Auslasssteuergerät und Gelb-Weiß am Stecker zum Gleichrichter muss einmal Durchgang (0 Ω) und zu den anderen Gelb-Weißen Kontakten der Innenwiderstand der Lichtmaschine (0,1 bis 1 Ω bei Rotax 122, 0,3 Ω bei Rotax 123) messbar sein.

Sollte keine Spannung messbar sein, kann man die 15-Ampere-Sicherung prüfen, allerdings hängen auch andere Komponenten an dieser Sicherung, sodass ein Defekt hier ganz andere Probleme verursacht und eigentlich sofort auffallen muss.

Zeigen diese Messungen keine Probleme, der Hubmagnet öffnet beim Brücken des Kontakts gegen Masse und bei laufendem Motor bewegt sich der Hubmagnet nicht, deutet dies eindeutig auf ein defektes Steuergerät hin. Das Steuergerät ist vergossen, es gibt keine austauschbaren oder reparierbaren Teile, daher muss leider das gesamte Steuergerät getauscht werden.

Mechanik überprüfen

Bewegt sich der Schieber bei oben beschriebenen Tests nicht und die Messungen zeigen keine Probleme, kann man davon ausgehen, dass der Schieber festsitzt oder die Mechanik an anderer Stelle klemmt.

Wenn äußerlich alles in Ordnung ist und dennoch anhand von Leistungsproblemen vermutet wird, dass der Schieber nicht funktioniert, muss man den Schieber ausbauen. Man kommt um den Ausbau leider nicht herum.

Nach dem Ausbau sollte man den Hubmagneten nochmals testen und auch prüfen, dass dieser sich von Hand leicht bewegen lässt. Man kann den Hubmagneten ausbauen (dazu muss das Batteriefach abgebaut werden) oder man versucht, den Kern mit einem Schraubendreher in den Hubmagneten hinein zu drücken. Der Kern muss sauber und leichtgängig sein.

Am Auslassschieber selbst gibt es mehrere Dinge, die man überprüfen kann:

  • Stimmt die Einbaurichtung?
  • Liegt der Seilzug sauber in der Öse des Schiebers, ist die Öse nicht ausgeleiert und der Zug nicht abgeknickt?
  • Sind Schieber und das Langloch im Zylinder sauber, sodass der Schieber sich leicht bewegen lässt?
  • Ist der Zug korrekt verlegt (über dem Kühler, nicht vor dem Kühler)?
  • Ist der Auslassschieber richtig eingestellt?
  • Falsche Feder: Bei Komplett-Sets von Drittherstellern liegen ggf. Federn bei, die zu stark sind.
  • Stark beschädigte Schieber sollten nicht verwendet werden.
  • Bei falscher Montage oder stark beschädigten Dichtflächen kann das Gehäuse schief sitzen und der Schieber klemmen.

Tipps zum Ausbau von festsitzenden Auslassschiebern sind im Artikel „Ausbau des Auslassschiebers“ beschrieben.

Sollte der Schieber im ausgebauten Zustand funktionieren, sich von Hand leicht im Zylinder bewegen lassen aber nach dem Einbau klemmen, ist möglicherweise das Gehäuse verbogen oder die Dichtfläche nicht mehr plan. Möglicherweise hilft auch eine neue Dichtung.

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