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Folgende Lager werden im Motor der RS 125 verbaut, sowohl Rotax 123 als auch Rotax 122.

Alle Lager werden ohne Dichtscheiben verbaut.

Kurbelwelle:

  • Beidseitig 6206 ETN9 C4

Ausgleichswelle:

  • Zündungsseite 6302 TN9
  • Kupplungsseite 6005 TN9 C3

Für die folgenden Getriebelager kann, um Kosten zu sparen, auch ein normales Lager mit Stahlkäfig verwendet werden. Bei der Bestellung einfach das Nachsetzzeichen TN9 weglassen.

Getriebeeingangswelle oder Primärwelle:

  • Zündungsseite 6203 TN9 C3 (z.B. SKF 6205 ETN9/C3)
  • Kupplungsseite 6205 TN9 (z.B. SKF 6205 ETN9)

Getriebeausgangswelle oder Antriebswelle:

  • Zündungsseite 6205 TN9 (z.B. SKF 6205 ETN9)
  • Kupplungsseite 6203 TN9 C3

Nachsetzzeichen: Lagerluft und Käfig

Das Nachsetzzeichen TN9 steht für Lagerkäfige aus Polyamid 66. Diese laufen im Vergleich zur Standardausführung mit Stahlkäfigen leiser, haben höhere Tragzahlen und werden auch ab Werk verbaut. Es können an den Getriebewellen (jedoch nicht an der Kurbel- und Ausgleichswelle zu empfehlen) auch günstigere Lager mit Stahlkäfigen verbaut werden, allerdings müssen Dichtscheiben entfernt werden, um die Schmierung zu ermöglichen.

Die Lagerluft, zum Beispiel C4 bei den Kurbelwellenlagern, ergibt sich aus der verwendeten Passung bei der Konstruktion des Motors und der Betriebstemperatur. Die Lager haben im ausgebauten Zustand mehr Spiel, sobald man sie einbaut, werden die Ringe entsprechend durch die Passungen an Bohrung und Welle zusammengedrückt. Die Kurbelwellenlager sind außerdem in einer X-Anordnung ausgeführt und die Lager so entsprechend vorgespannt (daher die Passscheiben, die auch im Werkstatthandbuch beschrieben sind). Eine Verkleinerung der Lagerluft (C3 anstelle C4) führt dazu, dass das Lager zu hoch belastet wird und so relativ schnell verschleißt. Es darf auf keinen Fall von der angegebenen Lagerluft abgewichen werden.

Kurbelwellenlager Abziehen

Nach dem Ausbau der Kurbelwelle sitzen die Kurbelwellenlager auf der Kurbelwelle.

Das korrekte Werkzeug zum Abziehen dieser Lager ist ein Trennmesser:

Schraubendreher und andere Hebelversuche führen zu nichts, das ist gefährlicher Murks und sollte auch so genannt werden. Versucht es erst gar nicht. Man rutscht nur ab und rammt sich den Schraubendreher in die Hand.

Dichtscheiben

Alle Dichtscheiben oder Deckscheiben sind vor dem Einbau zwingend zu entfernen. Im Getriebe liegen die Lager im Getriebeöl, die Lager der Hauptkurbelwelle werden vom Benzin-Luft-Gemisch mitgeschmiert und gekühlt.

Dichtscheiben oder Deckscheiben können mit einem Schraubendreher aus dem Lager herausgehebelt werden.

Verbaut man dennoch Dichtscheiben an der Kurbelwelle, kann es passieren, dass diese sich zersetzen oder schmelzen, wie nachfolgendes Bild eindrucksvoll zeigt. Der Dichtwerkstoff ist normalerweise nicht für die Bedingungen an der Kurbelwelle geeignet, was bis zum Motorschaden führen kann.

Geschmolzene Dichtscheibe in einem Rotax 122
Geschmolzene Dichtscheibe in einem Rotax 122

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