Die richtige Zündkerze

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Zündkerzen entzünden das komprimierte Benzin-Luft-Gemisch durch den Zündfunken unter vergleichsweise extremen Bedingungen. Die hohe Spannung darf erst an der Spitze zwischen den Elektroden den Zündfunken erzeugen, davor müssen die leitenden Teile voneinander isoliert sein. Die Spitze muss frei von Verbrennungsrückständen bleiben und sich zu diesem Zweck auf ihre Freibrenntemperatur aufheizen können.

Es gibt nun zwei gängige Zündkerzen für die RS 125:

  • NGK BR10EG für die Maschine im Originalzustand
  • NGK BR8ES für gedrosselte Maschinen

Die Bezeichnungen der Kerzen lassen sich wie folgt aufschlüsseln:

  • B: 14 mm Gewinde, 21 mm Schlüsselweite
  • R: Entstörte Kerze
  • E: 19 mm Gewindelänge
  • S: Standardausführung, G: Rennkerze mit Nickel-Mittelelektrode

Die Zahl 8 oder 10 steht für den Wärmewert der Zündkerze. Dieser gibt bei NGK an, wie hoch die Wärmeleitung oder Wärmeabfuhr von der Zündelektrode an das Kerzengewinde ist. Dies ist für das Erreichen der Freibrenntemperatur enorm wichtig und der Grund, warum es zwei verschiedene Zündkerzen gibt.

Ein Motor, der in seiner Leistung reduziert wurde, hat deutlich niedrigere Brennraumtemperaturen als ein Motor, der regelmäßig auf seiner Nenndrehzahl gefahren wird. Baut man die 10er-Kerze in einen gedrosselten Motor ein, so wird diese nicht warm genug und erreicht ihre Freibrenntemperatur nicht. Sie bleibt zu kalt und führt zu viel Wärme ab. Die Folge sind Ablagerungen und Verbrennungsrückstände, die den Motor nach und nach schlechter laufen lassen (die Maschine ruckelt), bis er eventuell gar nicht mehr anspringt.

Baut man eine 8er-Kerze in den Motor im Originalzustand, so wird das Ganze wesentlich dramatischer enden. Man baut in der Regel nicht Absichtlich eine 8er-Kerze in den offenen Motor, es kann aber beim Entdrosseln übersehen werden. Die Kerze wird bei normalem Fahren ihre Freibrenntemperatur erreichen, bei Vollgasfahrten hingegen wird sie schnell zu heiß werden, da sie die höhere Wärme nicht mehr abführen kann. Dies führt zu unkontrollierten Verbrennungen, die Elektrode verbrennt oder schmilzt. Das Kolbendach ist extremer Hitze ausgesetzt, wodurch sich der Kolben zu stark ausdehnen kann, was zum Kolbenfresser führt, oder auch ein Loch in den Kolbenboden gebrannt werden kann – möglicherweise mit einem Kurbelwellenlagerschaden zur Folge.

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