Maschine springt nicht an – was tun?

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Was tun, wenn die Maschine nicht anspringt? Im laufe der Jahre konnte ich das in diversen Online-Foren oder auch auf der Straße miterleben. Viel zu oft heißt es sofort „Die Maschine ist abgesoffen, bestimmt Luftfilter dreckig“, es wird wild umher diskutiert, irgendwas aufgeschraubt und nichts läuft.

Hier ist meine Checkliste wie man den Fehler sucht – in der Reihenfolgte von den offensichtlichsten, am leichtesten zu findenden Fehlern bis hin zum Totalschaden.

  1. Nachsehen, ob der Not-Aus drin ist. Das ist kein Witz, mir ist das selbst schon passiert: Der Tank war schon hochgeklappt, bevor ich den gedrückten Schalter gesehen habe. Der Not-Aus verhindert nicht, dass man den Anlasser betätigen kann, es gibt auch keine Warnleuchte.
  2. Batteriespannung verdächtigen: Wenn das Betätigen des Anlassers dazu führt, dass das Licht am Tacho komplett dunkel wird und er sich nur schwer und unverhältnismäßig langsam dreht, reicht das nicht aus, die Maschine anzulassen. In diesem Fall: Versuchen, die Maschine anzuschieben.

Hilft das nicht, gibt es eine doch recht einfache Regel, was der Motor braucht, um anzuspringen:

Wird das Benzin-Luft-Gemisch verdichtet kann der Zündfunken es entzünden und der Motor läuft. Das klingt total banal, aber genau diese drei Dinge müssen muss jetzt geprüft werden – mit möglichst einfachen Mitteln.

3. Zündkerze und Zündfunken prüfen

Zuerst wird der Bereich am Zylinderkopf um die Kerze herum abgeblasen, abgewischt oder sonst irgendwie sauber gemacht. Schraubt man die Kerze raus und dort liegen Krümel herum, können die schon für einen Motorschaden sorgen.

Die Zündkerze wird herausgeschraubt und überhaupt erst mal angesehen. Es darf weder viel Ruß auf der Kerze abgelagert sein noch darf etwas abgebrannt sein. Idealerweise ist die Kerze „rehbraun“, sie kann aber auch dunkelbraun bis schwarz noch funktionieren. Die Kerze wird, egal wie sie aussieht, wieder in den Stecker gesteckt. Die Zündkerze auf den Motorblock drücken (wirklich drücken, sonst bekommt man eine gewischt!), Zündung an und den Anlasser betätigen.

Der Zündfunke muss sauber zwischen den Elektroden überspringen. Tut er das nicht, kann der Motor nicht laufen. Manchmal bekommt die Isolierung einen Riss und der Funke springt weiter innen über, das reicht nicht.

Den Not-Aus habe ich oben als ersten Punkt aufgeführt – man landet nämlich schnell hier und fängt an zu suchen.

Gibt es trotz deaktiviertem Not-Aus keinen Zündfunken, kann man in folgender Reihenfolge weitersuchen:

  • Zündkerze tauschen (Eine neue Ersatzkerze sollte man immer parat haben)
  • Zündkabel und Zündkerzenstecker prüfen: Kabel rausdrehen, an beiden Seiten 1 cm kürzen und wieder reindrehen
  • Elektronik prüfen: Alle relevanten Stecker auf Wackelkontakte prüfen. Beim Rotax 123 sind das nur die drei (grün, schwarz, rot) an der SEM-Zündung.

Beim Rotax 123 gibt es eine integrierte Zündung, bei der doch öfter die Spulen im Stator durchgebrannt sind, hier kann man den Spulenwiderstand messen. Dieser muss zwischen Grün und Schwarz 170 Ohm betragen.

4. Kompression prüfen

Bevor die Zündkerze – sollte sie funktionieren – wieder eingebaut wird, wird die Kompression gemessen. Dazu nutzt man einen Kompressionsprüfer, der entweder ins Zündkerzenloch geschraubt oder mit einem Gummipfropfen einfach darauf gedrückt wird.

Die Kompression sollte mindestens 5,0 bar betragen, idealerweise 7,0 bar. Ist die gemessene Kompression kleiner als 4,0 bar, liegt defintiv ein Schaden an Kolben oder Zylinder vor.

Oberhalb von 5 bar kann man allerdings davon ausgehen, dass man den Zylinder nicht genauer ansehen muss.

5. Benzin-Luft-Gemisch prüfen

Die allermeisten Fälle von schlecht bis gar nicht mehr laufenden Maschinen sind auf Krümel im Vergaser zurück zu führen. Es wird allerdings in dieser Anleitung zuletzt geprüft, da man die anderen Punkte wesentlich einfacher ausschließen und testen kann. Vergaserreinigen und zerlegen ist doch etwas aufwändig. In den seltensten Fällen „säuft“ die Maschine „ab“, auch wenn das gerne als erstes behauptet wird.

Die Maschine läuft nicht nur mit Benzin, alles, was sich ähnlich schnell entzündet reicht, den Motor zum laufen zu bringen.

Bevor irgend etwas zerlegt und verbastelt wird, kann man einen kleinen Schuss Benzin, Starthilfespray oder sogar Bremsenreingier (ca 1 Sekunde auf die Dose drücken) direkt in den Luftfilter sprühen.

Springt die Maschine damit nach kurzer Zeit an (Der Anlasser braucht in solchen Fällen schon mal so 10-15 Umdrehungen), liegt das Problem definitiv am Vergaser. Dann hilft nur eins: Den Vergaser ausbauen, komplett zerlegen, alle Kanäle und Düsen sauber durchpusten (Druckluft und Bremsenreiniger) und sauber wieder zusammenbauen. Auch die Benzinzufuhr sollte man sauber halten. Es gibt zwar einen groben Benzinfilter im Tank, besser ist allerdings, bei der Gelegenheit einen feinereren Benzinfilter im Schlauch zum Vergaser zu verbauen – da gibt es auch recht hübsche im Zubehörmarkt.

Auch der Ansaugstutzen darf nicht poröß sein, zieht die Maschien zu viel Falschluft, kann auch das ein Problem bei der Gemischbildung werden. Das äußert sich aber schon dadruch, dass sich das Standgas nicht richtig einstellen lässt

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