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Über die Jahre beim Schrauben und als Moderator im Apriliaforum konnte ich einige Erfahrungen sammeln, die ich auf dieser Seite kurz zusammenfassen möchte. Es sind meine „Tipps und Tricks“ für eine lange Lebensdauer und Freude an der Maschine.

  • Selbst schrauben nur mit gutem und dem richtigen Werkzeug. Es gehört zur Werkstattausrüstung, mehrere 13-mm-Schlüssel und mehrere Drehmomentschlüssel in verschiedenen Größen zu haben. Ein günstiges Werkzeug-Set aus dem Supermarkt ist für korrektes Arbeiten einfach nicht ausreichend. Schrauben und Muttern lassen sich durchaus mehrfach verwenden, aber wenn sie beschädigt sind, austauschen!
  • Sauber Arbeiten. Ein Sandkorn am Zylinder, das seinen Weg in das Kurbelgehäuse findet, reicht aus, um einen Pleuellagerschaden zu verursachen. Arbeiten am Motor sind Arbeiten am offenen Herzen. Wird der Motor zerlegt ohne ihn von außen zu putzen, ist ein Motorschaden vorprogrammiert.
  • Wer nicht selbst schraubt, sollte nicht bei der Werkstatt feilschen. Es sind mir viele kompetente Zweiradmechaniker begegnet, die das beruflich machen, aber von ihren Kunden frustriert sind. Gute Arbeit kostet eben Geld, eine Werkstatteinrichtung mit allem darum finanziert sich nicht selbst. Es ist oft das Auftreten der Kunden, die sich wie Könige fühlen und dann wie gierige Monarchen benehmen. Wie immer im Leben hilft Zuhören und Erklären auch hier für ein gutes Ergebnis. Leider gibt es immer mehr Werkstätten, die sich mehr auf Baugruppen-Tausch spezialisieren und nicht mehr in der Lage sind, einfache Fehler direkt zu reparieren, was leider zu Webseiten wie dieser hier führt.
  • Trennpaste oder Anti-Seize-Paste verwenden: Werden Gewinde bei der Wiedermontage mit einer solchen Paste eingeschmiert, lassen diese sich auch nach 10 Jahren leicht wieder öffnen. Ich fahre mein Auto nun seit 13 Jahren und habe zwei Aprilia RS, bei denen ich jede Schraube auch nach über 10 Jahren noch lösen kann – und noch keine hat sich selbst gelöst. Theorien, die besagen, dass man dies bei Aluminium nicht tun kann oder soll, kann ich nicht bestätigen. Im Fuhrpark meiner Familie gibt es dazu etliche Beispiele, bei denen Stahl-Schrauben in einem Zeitraum von über 20 Jahren mit solchen Anti-Seize-Pasten in Aluminium nicht korrodiert sind.
  • Auslasschieber regelmäßig warten. Obwohl ich die Werkstatthandbücher von Aprilia schätze, muss ich leider in diesem Punkt ergänzen: Dieses Teil muss einfach oft gewartet werden, ca. alle 3.000 km. Wartung bedeutet hier: Ausbauen, reinigen, einbauen – daher ist es empfehlenswert, Trennpaste für die Gewinde zu nutzen, um diese durch das häufige Ein- und Ausbauen nicht abzunutzen. Besonders gedrosselte Maschinen sind hier anfällig, da sich der Auslass eher mit Verbrennungsrückständen zusetzt.
  • Konsequent Warmfahren. Nach dem Start des kalten Motors konsequent bleiben und nur wenig Gas geben. Irgendwie hatten die Vögel, die ihre kalten Motoren aufheulen lassen, schon immer die Kolbenfresser…
  • Guten Original-Zustand pflegen statt Tuning-Ramsch verbasteln. Die RS 125 ist ab Werk ein extrem gut abgestimmtes Konzept zwischen Luftfilter, Vergaser, Zylinder und Auspuff. Näheres dazu ist im Tuning-Artikel beschrieben. Wer meint, regelmäßige und (leider) zeitintensive Wartung mit Plug-n-Play-Tuning ersetzen zu können, ist auf dem Holzweg.
  • Putzen nur mit Handwäsche. Hochdruckreiniger pressen Wasser zwischen die Dichtungen und sind absolutes Gift für die Lebensdauer. Sammelt sich Wasser in den Nadellagern der Hinterradaufhängung, führt das unweigerlich zu einem Schaden an diesen Lagern und zu Schwergängigkeiten des Fahrwerks
  • Zweitmopped für schlechtes Wetter und den Alltag kaufen. Die Zweitakt-RS-125 ist völlig ungeeignet, den täglichen Weg zur Arbeit, Schule oder Studium zu pendeln, da sie leider verglichen mit anderen Motorrädern stark durch die Nutzung verschleißt. Die neue RS 125 mit Viertaktmotor (wurde einige Zeit als RS4 verkauf, heißt nun auch RS 125) eignet sich wesentlich besser zum Pendeln und verbraucht zudem weniger Benzin.

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