Fehlersuche Motorprobleme und Leistungsverlust

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Auf dieser Seite habe ich einige Probleme, deren Ursache und Lösungen zusammengestellt, die sich rund um das Thema „Leistungsverlust“ drehen. Vieles davon klingt völlig selbstverständlich, es kommt aber immer wieder vor, dass dann doch ein Punkt dabei ist, den man noch nicht geprüft hat. Gerade nach dem Gebrauchtkauf fehlen oft viele Informationen, was bei der Maschine tatsächlich der Stand ist und aus diesem Grund liste ich hier so viele Ursachen wie nur möglich auf.

Die häufigsten Ursachen für Leistungsprobleme sind

  • Zündkerze: Zündkerze, Stecker und Zündkabel sind Verschleißteile, die man tauschen kann. Es ist empfehlenswert, hiervon immer Neuteile als Ersatz bereit zu haben, um diese bei Problemen direkt tauschen zu können, um diese Ursache auszuschließen.
  • Vergaser: Im inneren des Vergasers befinden sich feinste Düsen, die durch kleinste Krümel oder Rückstände bereits verstopfen können. Wenn die Maschinen lange stehen oder altern, setzen sich Bestandteile des Benzins ab, während andere Teile verdunsten. Das ist ausreichend, um für Leistungsprobleme zu sorgen. Der Vergaser wird gereinigt, indem man diesen vollständig zerlegt, alle Kanäle und Düsen reinigt und wieder in einer sauberen Umgebung zusammenbaut. Es ist völlig unnütz, einen Vergaser mit Ultraschall zu reinigen, wenn nicht alle Düsen und Einsätze entfernt wurden. Man kann den Vergaser mit Ultraschall reinigen, es funktionieren aber auch Bremsenreiniger, Düsenbürsten und Druckluft (Vorsicht, Explosive Dämpfe, nicht ganz ungefährlich). Auch völlig banale Dinge wie die Choke-Mechanik können nach 20 Jahren Alter durchaus Probleme machen, sei es eine poröse Dichtung am Ventilzylinder oder eine korrodierte, gebrochene Feder. Klarheit bekommt man erst, wenn man das Teil – wie gesagt – komplett zerlegt und einfach diese Dauer-Baustelle immer unter Kontrolle hat.

Der Motor lässt sich nicht über 8000 1/min drehen, weder im Stand noch bei der Fahrt

  • Elektronische Drehzahlbegrenzung: Die Drehzahl wird elektronisch begrenzt. Es ist zu prüfen, welche CDI verbaut wurde und die Maschine ggf. zu entdrosseln.
  • Der Auspuff ist über eine Blende gedrosselt. Solche Leistungsreduzierungen sind normalerweise im Fahrzeugschein einzutragen – aber wenn der Auspuff einfach getauscht wurde und das nicht eingetragen wurde, steht es auch nicht in den Papieren.
  • Manche Auspuffanlagen sind im Krümmerbauch selbst gedrosselt. Dies kann man feststellen, indem man die Krümmernummer prüft. „MPA0-e3-0039“ ist z.B. ein Modell, bei dem es so gut wie unmöglich ist, den Motor höher als 9.000 1/min zu drehen.

Der Motor hat beim Fahren keine Leistung bei hohen Drehzahlen und lässt sich nur in den ersten Gängen auf dem vollen Drehzahlbereich fahren. Im Leerlauf kann man aber leicht Drehzahlen über 9.000 1/min erreichen.

  • Sitzt der Auslassschieber in geschlossener Position fest, kann dies solche Symptome verursachen. Die Auslasssteuerung prüfen.
  • Ein sich anbahnender Kolben- oder Zylinderschaden kann die Ursache sein. Bei Schäden am Kolben und Zylinder kann man die Kompression grob prüfen.
  • Die Auspuffanlage ist stark zugerußt. Das kann passieren, wenn sehr lange Zeit nur gedrosselt gefahren wurde oder bei Maschinen mit Katalysator das SLS (Sekundärluftsystem) abeklemmt wurde.
  • Der Unterdruck-Benzinhahn (nur bei Modellen nach 2006, ab PY) ist defekt und öffnet nicht richtig, es fließt bei hohen Motorleistungen nicht genügend Benzin in die Schwimmerkammer.
  • Eine falsch eingestellte Zündung (vor allem beim Rotax 123) oder ein Defekt an Teilen der Zündanlage kann ebenfalls eine Ursache für eine schlechte Motorleistung im hohen Drehzahlbereich sein.

Die Maschine stottert im mittleren Drehzahlbereich (zwischen 5000 und 7000 1/min)

  • Leistungsloch der CDI 071000-0910 QCA91 – Leistungsloch entfernen
  • Wird der Auslassschieber in falscher Richtung montiert, kann sich das auch in diesem Drehzahlbereich so bemerkbar machen.
  • Gasgriff auf 100 %: Den Gasgriff darf man in diesem Drehzahlbereich nicht voll aufreißen. Bei Flachschiebevergasern ohne Membranschieber (wie in der RS 125 verbaut) muss die Gasgriffstellung immer abhängig von der Motordrehzahl gewählt werden.

Die Maschine stottert im unteren Drehzahlbereich (unterhalb von 5.000 1/min)

  • Falsche Vergaserabstimmung: Gasschieberausschnitt passt nicht, möglicherweise aber auch Standgas oder Nadelstellung falsch.
  • Auslassschieber schließt nicht oder nicht richtig.

Keine Leistung unterhalb von 8000 1/min, extremes Stottern und plötzlicher, starker Leistungsschub ab 8000 1/min

  • Dieses Verhalten tritt nur auf, wenn die Auslasssteuerung nicht funktioniert und der Auslassschieber nicht korrekt schließt. Dies kann mehrere Ursachen haben:
    • Kein Auslassschieber verbaut
    • Auslassschieber sitzt offen fest
    • Gekürzter Blindschieber statt Auslassschieber verbaut
    • Schieber falsch herum eingebaut
  • In diesem Fall hilft es nur, die Auslasssteuerung zu kontrollieren.

Der Motor säuft ab, wenn man bei Standgas den Gasgriff voll aufdreht

  • Dieses Verhalten ist ganz normal bei Flachschiebervergasern, da diese den Gasschieber direkt steuern und keine Membransteuerung nutzen. Die Stellung des Gasgriffes muss immer abhängig von der Motordrehzahl gewählt werden.

Das Motorrad läuft nur mit Choke. Das Standgas lässt sich nicht einstellen, die Motordrehzahl ist hoch oder der Motor geht aus.

  • Der Motor zieht Falschluft. Alle Dichtungen und Verbindungen zwischen Zylinder, Vergaser und Motorblock prüfen.

Das Motorgeräusch wird plötzlich lauter

  • Undichtigkeiten am Auspuff: Löst sich die Schraube am Auspuffflansch oder der Auspuffflansch ist nicht dicht (z.B. zerbröselte Dichtmasse), wird die Maschine deutlich lauter.
  • Ein „klingelndes“, metallisch rasselndes Motorgeräusch deutet auf ein zu mageres Gemisch hin, das kann durch Falschluft verursacht werden.

Metallisches Geräusch beim Hochdrehen, lautes Motorgeräusch, bei sinkender Drehzahl ist ein lautes Rasseln zu hören

  • Pleuel der Kurbelwelle auf Höhenspiel prüfen, falls vorhanden: Pleuellager der Kurbelwelle defekt, Kurbelwelle instand setzen lassen oder austauschen
  • Kolbenring gebrochen

Es treten starke Vibrationen auf

  • Der Motor hat neben der Kurbelwelle eine Ausgleichswelle, die die Unwucht der Kurbelwelle ausgleichen soll. Für eine bessere Laufruhe sind diese Zahnräder aus Kunststoff. Sind diese Zahnräder kaputt oder nicht in der korrekten Position eingebaut, vibriert der Motor stark. Die Zahnräder können nach vielen Jahren durch Altersschwäche brechen.
  • Die Gewichte an den Lenkerenden verringern die Vibrationen am Lenker stark, werden diese abmontiert oder gegen kleinere, dekorative Teile getauscht, spürt man deutlich stärkere Vibrationen.

Der Motor geht aus, sobald man den ersten Gang einlegt

  • Die Kupplung trennt nicht richtig: Die Kupplung am Kupplungshebel oder am Kupplungsausrückhebel im Motor nachstellen.
  • Ungeeignetes Getriebeöl kann dazu führen, dass die Kupplung nicht richtig trennt und den Motor damit abwürgt. Nur Getriebeöl benutzen, welches auch mit Nasskupplungen funktioniert (Wenn man nur der Empfehlung der Handbücher nach 75W90 folgt, kann es passieren, dass man ein Getriebeöl erwischt, welches eben nicht für Nasskupplungen geeignet ist).
  • Elektronisches Problem: Wenn der Ständerschalter (bei Maschinen ab ca. Baujahr 2000) defekt ist, schaltet die Zündung beim Einlegen eines Ganges ab.

Ruckeln und Kupplungsprobleme beim Anfahren

  • Ungeeignetes Getriebeöl (siehe weiter oben), die Kupplung trennt nicht gleichmäßig
  • Eine abgenutzte Kugel in der Druckplatte an der Kupplung
  • Kupplungslamellen und Reibscheiben tauschen

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11 Kommentare

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  1. Hallo Viktor,

    Das dachte ich auch schon …
    wie stelle ich dieses am besten fest ?

    Werde Zylinder die Tage runterholen – kann ich den lagerschaden dann schon irgendwie feststellen ?

    Gruß Sascha

    1. Moin,
      wenn das Pleuellager hinüber ist, hat es spürbares Höhenspiel. Die Hauptlager kann man leider erst sehen, wenn man den Motor gespalten hat – und dann sollte man ohnehin neue Lager verbauen. Manchmal werden die Lager bei so einem Schaden so heiß, dass sie Anlassfarben bekommen.
      Grüße

  2. Hallo !

    Heute :
    mit meiner RS125 1999 MP, offen , Zylinder und Kolben neu, vergaser Ultraschall gereinigt ein dickes Problem gehabt .

    Habe jetzt 700km eingefahren , Komplett original . Alles wunderbar .
    Bewusst Etwas fett , Kerze Rehbraun. Gute Leistung. Sehr zufrieden .

    Heute Morgen Arrow Birne dran gebaut, und ölpumpe etwas fetter ( also mehr als strich auf strich ) eingestellt.
    HD 122.

    5 km warmgefahren – dann : 25-35 km Vollgas , Berge hoch – runter durch den Westerwald.

    Beim beschleunigen 1+2 Gang Vollgas ist manchmal die Öl leichte angegangen , also angehalten , Öl kontrolliert . Mindestens 60-70% voll. Tank auch voll , ultimate Aral.

    Kam mir schon komisch vor , aber war ja alles ok . Wie gesagt nur beim Vollgas beschleunigen.
    Da kann es sein das der Schwimmer kurz meldet , weil das Öl im Behälter ja Bewegung hat .

    Dann in der Kurve , etwas schräg , etwa 70-80 km/h , 7000-9000 Upm, komisches Geräusch , metallisch , klingelnd , quietschend aus dem Motorblock . Sofort Kupplung angehalten – Motor aus . Temperatur 65 Wasser zwischen 60-70 grad .

    Panik in meinem Kopf , was kann es sein?!
    Noch einmal kurz versucht zu starten , läuft , aber klingt schrecklich quietschend im standgas . Als ob Metall auf Metall klappert oder so . Aua !!!

    Naja , lange Rede kurzer Sinn .
    Was kann das sein ? Klar Ferndiagnose ist schwer ! Aber ich wäre dankbar für jeden Rat !

    Hab sie schon vorbereitet in der Garage. Alles Flüssigkeiten raus .
    Kerze angeschaut : trocken und rehbraun .

    Ich hab keine Ahnung was das sein könnte .

    Bitte um Meinungen . Danke !
    Werde berichten wenn sie auf ist

  3. Moin

    Ich habe ein Problem mit meiner Aprilia rotax 123
    34 vergaser

    Im unteren Drehzahlbereich läuft sie gut aber ab 9000 fängt sie an zu stottern und dreht dann nur noch schlecht hoch.

    Vergaser ist gereinigt habe die hd 148 150 152 155 ausprobiert keine merkliche veränderrung

    Der ass macht auch auf und zu.

    Kannst du villeicht sagen was das noch sein könnte.

    Mfg

    1. Moin, aus der Ferne, abseits von dem was hier so steht, immer schwer zu sagen…

      Was hast Du sonst noch alles angeschaut? Wie sieht der Auspuff aus und ist der richtige Auspuff montiert? Keine Blende im Auspuff? Wie ist der Zustand von Kolben und Zylinder, ist die Kompression in Ordnung? Membrane in Ordnung?

      Wenn du die Hauptdüsen in so einem großen Bereich getauscht hast, würde ich den Vergaser ausschließen.

      1. Ich habe den Dgm 46160 s Krümmer dazu hast du leider nix stehen ich weiß nicht ob der noch eine drossel im krümmerbauch hat mit der Endoskopkamera konnte ich nicht wirklich was erkennen.

        Wie alt der zylinder und kolben ist weiß ich leider nicht

        Mfg

        1. An einigen Stellen im Netz findet man diesen Krümmer für die 21-kW-Version der AF1. Ich nehme den mal so in die Liste auf, denke nicht, dass er das ist.

          Wenn der Vergaser in Ordnung ist (ich würde davon erst ausgehen, wenn der einmal komplett zerlegt wurde), würde ich als nächstes leider Kolben und Zylinder verdächtigen.

  4. Guten Abend Hartrusion

    Ich komme aus der Schweiz und mache jetzt bald denn beschränkten Führerschein, zudem mache ich eine Ausbildung zum Mechatroniker.
    Nun zu meiner Frage, meine rs 125 PY Model habe ich aufbereitet, mein Problem ist dass der Rotax nicht über 8000, höchstens 8500 u/min dreht.
    Das Steuergerät ist das mit dem „Leistungsloch“ wo die Platine entfernt wurde, allerdings nicht von mir. Ich finde keine Blackbox und die Vergaserbedüsung stimmt auch.
    Im Ausweis sind 21 KW eingetragen also sollte das Motorrad voll abgehen.

    Kannst du mir weiter helfen?

    1. Hallo,

      ich schraube im Moment auch an meiner RS125 und hatte ein paar Probleme mit der Auslasssteuerung. Danach hört sich dein Problem auch an. Du kannst recht einfach überprüfen ob die Auslasssteuerung noch öffnet, indem du den Tank hochklappst und dann im Stand einmal über etwa 3000 1/min Umdrehungen drehst. Dann sollte die Auslasssteuerung einmal kurz öffnen.

      Viele Grüße